Interlaken, 08. September 2018

Kaiserwetter und beste Aussichten

Am Freitagmorgen sind wir mit Vorfreude zum Jungfrau-Marathon in Interlaken einem Bergmarathon aufgebrochen und hatten Glück in keinen nennenswerten Stau zu kommen.

In Interlaken angekommen grüßte uns die Sonne mit voller Pracht, also Königswetter war angesagt und dies auch für den morgigen Renntag.Beim Jungfrau – Marathon 2017 waren es schlechte Bedingungen,  kalt sowie Regen und tiefes Gelände.( Manchmal gleicht es sich doch aus im Leben )

Im gewohntem Hotel schnell eingecheckt und nun schnell zur Marathonmesse die Startunterlagen abholen und die Stimmung aufsaugen, Pasta Party genießen und nette Gespräche.

Das Rahmenprogramm ist wie jedes Jahr sehenswert, jeweils getrennte Rennen U6+U8+U10-U14+U16

Besonders die 4-6 jährigen Mädchen und Jungen waren wieder voller Elan und es war sehenswert, allerdings wurde die Jungfrau – Meile ( 1609 Meter ) mit vielen internationalen Stars der Laufszene u. a. mit Gesa Krause der sonstige Höhepunkt des Freitagsprogramms gestrichen, die Gründe dafür konnte uns keiner sagen.

Danach galt es noch etwas zu essen und versuchen sich etwas abzulenken mit einem kleinem Spaziergang.

Der Wecker meldete sich  wieder mal um 5:30 Uhr in der Früh und ab in die Sportklamotten und einen Happen frühstücken.

Der Start war wie immer um 8.30 Uhr und diesmal starteten alle gleichzeitig bis auf die 250 Eliteläufer die ein paar Minuten früher starteten.

Dieses Jahr ging es für mich nur darum ins Ziel zu kommen und die Zeit-Cuts zu überstehen. Meine Verletzung und nur eingeschränktes Training hatten mir beim Hubut-Trail 66 KM vor 3 Wochen schon mehr als deutlich meine Grenzen gezeigt. (an dieser Stelle nochmal Dank an Annette Bruns, die mich auf den  letzten 21 km unglaublich unterstützt hat.)

Nun zurück zum Jungfrau Marathon, die ersten Kilometer verlaufen leicht bergab durch die Innenstadt von Interlaken um dann über Böningen nach Wilderswil bei ca. KM 10  zu laufen.

Viele Zuschauer säumten die Strecke und es waren diesmal deutlich mehr als 2017,die Sonne lockt auch in der Schweiz scheinbar aus dem Haus zu gehen und davon profitierten alle Läufer, denn es gab immer etwas zu schauen links und rechts, schließlich waren 66 verschiedene Nationen am Start und damit auch die vielen Angehörige auf der Strecke.

Obgleich auf den darauffolgenden 15 Kilometern gut 200 Höhenmeter zu bewältigen waren, ließ der erste richtig steile Abschnitt von Lauterbrunnen hinauf nach Wengen noch auf sich warten und mir ging es gut.

Bei KM 20 kamen wir nach Lauterbrunnen ( 812m ü.M ) in denen wir von zahlreichen Zuschauern in verschiedenen Trachten empfangen wurden, welche wieder riesige Kuhglocken um den Hals hatten und die Läufer feierten, mit allem was dazu gehört.

Ab KM 22 ging es letzmalig nochmal  bergab und dann beginnt der Jungfrau Marathon ernst zu machen.Nach Wengen schlängelt man sich die unendlichen Serpentinen hinauf, die Schilder sind nicht in KM Zahlen sondern immer pro 250 m (z. B. 26,250 KM) und daran muss man sich gewöhnen.

Die Belohnung für den mühevollen Weg hinauf nach Wengen ( 1283 mü.M.) sind die unzähligen Zuschauer die rechts und links stehen und unaufhörlich den Läufern zu jubeln und Fahnen aller Länder schwingen, hauptsächlich die Schweizer Fahne ( diese werden zu tausenden vorher verteilt) und Elke war auch unter Ihnen und beruhigt, dass es mir verhältnismäßig gut ging.

In Wengen bei KM 30,2 gab es auch den ersten Zeit-Cut 4:10:00, aber ich lag noch gut in der Zeit etwa 30 min Speck, aber in den Bergen ist das nicht viel und weiter ging es, nun galt es die finalen zwölf Kilometer, auf denen es weitere 825 Höhenmeter zu bewältigen galt zu meistern.

Nun ging es hoch zur Abzweigung Wixi bei KM 37,9 ( 1823m ü. M ) und dem letzten Zeit-Cut der bei 5:35: liegt und 4 km vor dem Ziel aus dem Rennen genommen zu werden,dies wollte ich auf keinem Fall erleben, deswegen hieß es, nicht nachlassen.

Auf den sehr steilen Passagen hatte man nun auch Zeit mit andern Sportlern aus allen Ländern mit Händen und Füßen zu kommunizieren und mittlerweile zeigte sich die Sonne immer mehr und die Zuschauer waren unaufhörlich rechts und links dabei, alles zu geben- Danke dafür.

Wir erreichten die Abzweigung Wixi bei KM 37,9 und dort war auch der letzte Zeit-Cut geschafft und ich spürte große Erleichterung und an dieser Stelle war ich zwar 20 min. langsamer als 2017 und die letzten 4 Km mit dem schwersten Anstieg kam noch, aber dort gehen fast alle und man weiß, es ist nur noch etwa eine Stunde bis ins Ziel.

Mit Zeiten von 13 - 20 min pro KM  ging es die Moräne hoch.

Durch die Anzahl der Läufer bildeten sich viele Staus, aber der Klang des Dudelsackspielers bei KM 40,5 der berühmten Moräne trieb die Läufer voran und dort gab es dann ein letztes Stück Schokolade von den Helfern gereicht und ab in Richtung kleine Scheidegg  dem ersehnten Ziel.

Diesmal durfte ich auch die imposanten Berge Eiger, Mönch, Jungfrau-Joch sehen und vergessen war, dass ich im Jahr 2017 im Nebel nichts, aber auch gar nichts erkennen konnte nicht mal im Ziel die Zeituhr obwohl ich davor stand.

Die letzten 1,2 KM geht es an dem schönen Speichersee vorbei und abwärts dem Ziel entgegen und endlich gab es die lang ersehnte Medaille um dem Hals und ich war auchim Jahr 2018  Finisher meines Bergmarathons geworden.

Besonderen Dank an Elke, die mich gecoacht und immer wieder neu motiviert hat.

Dank auch an den Veranstalter und den vielen Helfern, ohne die wir Läufer sowas schönes nicht erleben dürften.

Text Gerhard, Fotos Elke

 

  • Ziel4