Berlin, 16. September 2018

Berlin, Berlin, fünf fahren nach Berlin

Am Freitag trafen wir uns (trotz Wurstmarkt!) am Flughafen Berlin Tegel, da Anna und Daniel aus Köln-Bonn und Michael und ich aus Frankfurt anreisten. Wir holten direkt unsere Startnummern ab und verweilten uns einige Stunden auf der großen und interessanten Marathon Messe am alten Berliner Flughafen Tempelhof.

Samstags standen East-Side Gallery, Check Point Charly, Kanzleramt, Reichstag und Brandenburger Tor und das KaDeWe auf dem Programm. Nach einem Dumplings-Essen bei einem der besten chinesischen Restaurants Berlins fielen wir „erschlagen“ in unsere Betten. Eine gute Marathonvorbereitung sieht anders aus!

Sonntagmorgens dann der Schreck: Anna hatte sich wohl den Magen verdorben und wir waren unsicher, ob sie starten kann / soll. Aber sie wollte es unbedingt probieren. Der Berlin Marathon ist wirklich eine logistische und organisatorische Meisterleistung:  Anreise, Kleiderabgabe und Einreihen in den Block klappte trotz 44.000 Teilnehmer problemlos. Und die Menschenmasse, die am Start im Tiergarten steht, ist einfach imposant!

Für Daniel war es der erste Marathon überhaupt! Er hatte auf der Messe ein Zeitenbändchen mit einer Zielzeit von 4:10 h erstanden. Nach dem Lauf stellte sich heraus, dass er sich an die angestrebten Zeiten nicht hielt. Er nahm zwar immer wieder Tempo heraus, dies aber immer nur für wenige Kilometer. Und nach den VPs steigerte er frisch gestärkt automatisch wieder sein Tempo. So lief er die 1. Hälfte in waghalsigen 1:44!! Und es kam, wie es kommen musste: Auf der 2. Hälfte war irgendwann der Akku leer bzw. stellten sich Muskelkrämpfe ein, sodass er teilweise nur noch gehen konnte. So verlor er auf dem 2. HM eine Menge Zeit und kam in 4:24 ins Ziel.

Michael und ich begleiteten Anna. Auch sie mussten wir trotz ihres Unwohlseins immer mal wieder einbremsen. Aber zu Beginn lief es einigermaßen, sodass ich mich bei km 17 von den Beiden nach vorne löste und so doch noch meine ursprünglich geplante Pace (6:30 min./km) erzielen konnte. Anna bekam dann ab km 20 wieder Probleme mit ihrem Magen   und musste sich so richtig durchkämpfen. Durch das moderate Tempo erhielt Michael bei seiner 4. Teilnahme in Berlin erstmals die Chance, die touristischen Highlights so richtig aufzusaugen. Anna und Michael kamen dann, aufgrund der geschilderten Umstände, etwas später als geplant und erhofft in 5:24 ins Ziel.

Trotz und auch wegen der Umstände und tollen Eindrücke und Erlebnisse waren wir alle am Ende glücklich mit unserer doch schweren Medaillen um den Hals.

Und hier die Eindrücke von Jochens Marathon, mit dem wir freitags abends indisch Essen waren und der samstags morgens noch den 6 km langen Frühstückslauf vom Schloss Charlottenburg ins Berliner Olympia Stadion mitmachte:

„Berlin war wieder einmal ein Erlebnis. Bereits zum vierten Mal in Folge hatte ich das Glück, dabei sein zu dürfen. Diesmal waren meine Erwartungen ganz bescheiden. Einfach langsam laufen, so wie es der Körper will, mal ganz weg von der Hatz mit der Uhr. Einen Rat meiner lieben Mitläuferin Annette wollte ich das mal ausprobieren. Es lief auch ganz ordentlich bis ca. Km 31. Dann hat mir einfach die Kraft gefehlt. Immer nur kaltes Wasser und Tee an den Verpflegungspunkten, das brachte mir nicht die Kräfte, um konstant langsam weiter zu laufen. Einen kühlen Schluck Cola war meine Sehnsucht. Fehlanzeige. Dazu kamen noch kurz nach Km 39 Krämpfe, aber das brachte mich nicht aus dem Tritt. Und so habe ich nach 5:08:49 Stunden eben das Ziel wieder einmal erreicht. Auch wenn diesmal in der Hauptstadt der Weltrekord fiel, es war mein langsamster Marathon bisher. Und ich hatte wieder viel Spaß und Freude am Laufen. Das war mir diesmal wichtiger, wie jeglicher Hatz nach Bestzeiten!“.

Text Annette und JochenW

Fotos Familie Bruns

 

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